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EU-Projekt ChAPAPs - Kinder und Alkohol in der Familie: Gesundheitsförderung und Schadensbegrenzung

Seit dem offiziellen Start im August 2007 und einem ersten Treffen aller Projektpartner in Köln im Oktober 2007, ist das auf drei Jahre angelegte Projekt ChAPAPs mittlerweile in vollem Gange. ChAPAPs steht für „Children Affected by Parental Alcohol Problems“. Der Begriff wurde von den Mitgliedern des europäischen ENCARE Netzwerks eingeführt, um eine Alternative zu der vor allem in den USA gängigen Bezeichnung „COA“ („Children of Alcoholics) zu schaffen, die als stigmatisierend empfunden wurde.

 

Bei dem Projekt ChAPAPs handelt es sich um das fünfte im Rahmen des europäischen ENCARE-Netzwerkes (www.encare.info) realisierte Vorhaben. Für Prof. Dr. Michael Klein, Sprecher der Kompetenzplattform Suchtforschung an der KFH NW, Abt. Köln ist es das dritte EU-Projekt unter seiner Leitung. Als Initiator konnte er dabei auf seine umfangreichen, zum Teil aus vorherigen Kollaborationen bestehenden, Kontakte zu Experten im In- und Ausland zurückgreifen. ChAPAPs ist mit 21 beteiligten Institutionen aus 17 Ländern und einem Gesamtbudget von 1,5 Millionen Euro das bisher größte Projekt für die Suchtforscher aus Köln. Das Vorhaben, das von dem Psychologen Axel Budde koordiniert wird,  wird zu 47% durch die Generaldirektion Gesundheit und Verbraucherschutz der Europäischen Kommission finanziell unterstützt.

 

Ziel des Projekts ist es, den durch familiäre Alkoholprobleme verursachten Schaden zu begrenzen und die Gesundheit betroffener Kinder und Jugendlicher zu fördern. Die Aufgaben des Projekts sind auf acht ‚Arbeitspakete’ verteilt. Auf individuellem Niveau werden die Auswirkungen elterlichen Alkoholmissbrauchs auf die psychische und physische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen erforscht. In gesamtgesellschaftlicher Betrachtung werden die volkswirtschaftlichen Konsequenzen sowie der Staus Quo in Sachen Forschung, Präventions- und Interventionsmaßnahmen und die Infrastruktur bestehender Hilfssysteme in den beteiligten Ländern erfasst und eine Übersicht relevanter politischer Richtlinien erstellt. Durch das Aussprechen von Handlungsempfehlungen an politische Entscheidungsträger und das Zusammenstellen wirksamer Maßnahmen in Handbüchern für Fachleute, sollen schließlich die aus den Forschungsaktivitäten gewonnenen Erkenntnisse in die Praxis umgesetzt werden.

 

Die Psychologin Diana Moesgen, wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Kompetenzplattform Suchtforschung, leitet das Arbeitspaket „Auswirkungen auf die psychische und physische Gesundheit“. Um das Thema, zu dem sie eine Dissertation verfasst, in seiner Globalität zu erfassen, verfolgt die Forscherin einen multimodalen Ansatz. Zum einen wird in den zwölf an ihrem Arbeitspaket beteiligten Ländern eine Onlinebefragung unter Kindern im Alter von 12 bis 18 Jahren durchgeführt. Erfasst werden dabei soziodemografische Daten wie Alter und Geschlecht der Kinder, ihr Gesundheitsverhalten, ihr Substanzkonsum, ihre Beziehung zu den Eltern, ihre psychische Gesundheit, elterliche Alkoholprobleme und ihre Einstellungen zu Alkohol. In Ergänzung zum Online-Fragebogen wird experimentell gearbeitet. In Zusammenarbeit mit Forschern der Universität Maastricht und der Technischen Universität Dortmund wird derzeit eine Onlineversion des „Impliziten Assoziationstests“ (IAT) entwickelt, mit der die Einstellungen der Kinder gegenüber Alkohol gemessen werden. Vorteil dieser auf Reaktionszeitmessungen basierenden Methode ist ihre weitgehende Immunität gegenüber „sozialer Erwünschtheit“. Unter diesem Begriff verstehen Psychologen die Tendenz, Fragen nicht wahrheitsgemäß sondern gesellschaftlichen Normen entsprechend zu beantworten. In Zusammenarbeit mit Therapieeinrichtungen  werden Kinder befragt, die mit einem Elternteil aufwachsen, das sich mit der Diagnose „Alkoholabhängigkeit“ in Behandlung befindet. Die in dieser Teilstudie eingesetzten Fragebögen sind umfassender und berühren auch sensible Themenbereiche, die sich nicht für eine Onlinestudie eignen. Die Sichtweise der Kinder wird außerdem durch telefonische Befragungen des „gesunden“ und des alkoholabhängigen Elternteils zur Gesundheit des Kindes ergänzt. Um die Langzeitfolgen elterlichen Alkoholmissbrauchs zu untersuchen, werden darüber hinaus erwachsene Kinder aus alkoholbelasteten Familien befragt.

 

Vom 19. bis 20. Mai trifft sich der Lenkungssausschuss des Projekts in Köln. Im Anschluss daran findet vom 21. bis 22. Mai die Arbeitstagung des Arbeitspakets „Auswirkungen auf die psychische und physische Gesundheit“ statt, in der die Umsetzung der Studie in den einzelnen Ländern  vorbereitet wird.

 

Projektleitung: Prof. Dr. Michael Klein, E-Mail: mikle@kfhnw.de

 

Projektkoordination: Axel Budde, M.Sc. Psychology, E-Mail: a.budde@kfhnw.de

 

Projektmitarbeit: Diana Moesgen, M.Sc. Psychology, E-Mail: d.moesgen@kfhnw.de

 

 



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